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Region Mödling

Panne auf A2, A21 und S1: was jetzt zu tun ist

Der gefährlichste Fehler auf dem Pannenstreifen ist, im Auto sitzen zu bleiben. Der zweitgefährlichste ist, auszusteigen und neben dem Fahrzeug stehen zu bleiben.

24. Februar 2026 · 5 Min. Lesezeit · Carparatur

Abschleppfahrzeug mit Warnleuchten am Pannenstreifen einer Autobahn

Kurz gesagt: Fahrzeug so weit rechts wie möglich abstellen, Warnblinkanlage einschalten, Warnweste noch im Fahrzeug anziehen, zur verkehrsabgewandten Seite aussteigen und hinter die Leitschiene gehen. Erst dann telefonieren. Notrufsäulen stehen alle zwei Kilometer, die roten Pfeile auf den Leitpflöcken zeigen zur nächsten. Abgeschleppt werden darf auf der Autobahn nur bis zur nächsten Ausfahrt. Und die Rettungsgasse ist zu bilden, sobald sich ein Stau bildet — nicht erst, wenn ein Blaulicht kommt.

Warum das hier besonders zählt

Der Bezirk Mödling liegt an einem der dichtesten Autobahnknoten des Landes: A2 Süd Autobahn, A21 Wiener Außenring Autobahn und S1 treffen im Knoten Vösendorf zusammen. Wer hier wohnt oder arbeitet, ist praktisch täglich auf einer dieser Strecken.

Dazu eine Zahl, die man kennen sollte: 2025 gab es in Österreich 397 Verkehrstote, ein Plus von 13,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit 108 Getöteten lag Niederösterreich an der Spitze aller Bundesländer. Auf Autobahnen und Schnellstraßen entfielen 45 Todesfälle, also 11,3 Prozent.

Die Reihenfolge, die zählt

  1. So weit rechts wie möglich ausrollen, wenn möglich noch bis zu einer Pannenbucht oder einem geraden, übersichtlichen Abschnitt. Räder leicht nach rechts einschlagen.
  2. Warnblinkanlage einschalten. Sofort, noch vor allem anderen.
  3. Warnweste anziehen — im Fahrzeug. Sie ist in Österreich Mitführpflicht und muss der ÖNORM EN 471 entsprechen. Der ÖAMTC empfiehlt eine Weste pro Insasse, weil die eine im Kofferraum genau dann nichts nützt, wenn alle aussteigen müssen.
  4. Zur verkehrsabgewandten Seite aussteigen, also rechts. Niemals links in den fließenden Verkehr.
  5. Hinter die Leitschiene gehen und dort bleiben. Auch der Weg zur Notrufsäule führt hinter der Leitplanke entlang.
  6. Erst jetzt telefonieren oder die Notrufsäule benutzen.

Warndreieck: Die Empfehlungen gehen auseinander. Die ASFINAG empfiehlt, es rund 200 Meter hinter dem Fahrzeug am rechten Rand aufzustellen — die Leitpflöcke stehen alle 50 Meter, das hilft beim Abschätzen. Der ÖAMTC stellt hingegen ausdrücklich klar, dass ein auf dem Pannenstreifen abgestelltes Fahrzeug nicht mit einem Warndreieck abgesichert werden muss, und empfiehlt dringend die Warnblinkanlage. Wir geben beides so wieder, wie es dasteht. Unsere praktische Meinung: Wenn das Aufstellen bedeutet, 200 Meter an der Fahrbahn entlangzugehen, wiegt das Risiko schwerer als der Nutzen — Warnblinker an, hinter die Leitschiene, Hilfe rufen.

Die Notrufsäule ist besser als das Handy

Notrufsäulen stehen entlang der Autobahnen alle zwei Kilometer. Die roten Richtungspfeile auf den Leitpflöcken zeigen, in welche Richtung die nächste steht. Ihr entscheidender Vorteil: Der Standort wird automatisch identifiziert. Sie müssen also nicht erklären, wo Sie sind — was auf einer Autobahn ohne Ortstafeln erstaunlich schwierig ist.

Wenn Sie das Handy verwenden, prüfen Sie vorher die Kilometrierung auf den kleinen Tafeln am Rand und merken Sie sich die Fahrtrichtung. Die Notrufnummern: 122 Feuerwehr, 133 Polizei, 144 Rettung, 112 Euronotruf. Die ÖAMTC-Pannenhilfe erreichen Sie unter 120.

Was mitzuführen ist

AusrüstungAnmerkung
Verbandzeugstaubdicht verpackt, zur Wundversorgung geeignet
PannendreieckMitführpflicht
Warnwestenach ÖNORM EN 471
Führerschein und Zulassungsscheinim Original

Bei Fahrzeugen über 3,5 Tonnen kommen mindestens ein Unterlegkeil und das aktuelle §57a-Gutachten dazu.

Rettungsgasse: sobald sich ein Stau bildet

Das ist der am häufigsten missverstandene Punkt. Die Rettungsgasse ist zu bilden, sobald sich ein Stau bildet — nicht erst, wenn ein Einsatzfahrzeug herannaht. Sie gilt auf Autobahnen und Autostraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen je Richtung.

  • Zwei Fahrstreifen: Die Gasse entsteht in der Mitte, alle fahren nach außen.
  • Mehr als zwei Fahrstreifen: Die Gasse verläuft zwischen dem äußerst linken und dem zweiten Fahrstreifen.
  • Der Pannenstreifen darf dabei mitbenutzt werden.

Zu den Strafen kursieren unterschiedliche Angaben: Das Amtsportal des Bundes nennt bis zu 726 Euro, bei Behinderung von Einsatzfahrzeugen 72 bis 2.180 Euro; der ÖAMTC-Strafenkatalog nennt als Richtwert 60 bis 125 Euro. Vermutlich stehen sich hier gesetzlicher Strafrahmen und übliche Organstrafverfügung gegenüber — belegen können wir das nicht.

Für das Befahren, Halten und Parken auf dem Pannenstreifen ohne Grund nennt der ÖAMTC 75 bis 140 Euro, in schweren Fällen deutlich mehr samt Vormerkung.

Abschleppen: was erlaubt ist

Auf Autobahnen und Autostraßen darf ein defektes Fahrzeug nur bis zur nächsten Ausfahrt abgeschleppt werden. Danach geht es auf normalen Straßen weiter oder auf die Ladefläche.

Wenn Sie privat abschleppen — etwa mit dem Fahrzeug eines Bekannten —, gilt:

  • Höchstens 40 km/h.
  • Seil oder Stange sind zulässig, sofern die Lenkung ausreichend funktioniert, mindestens eine Bremsanlage wirkt und das gezogene Fahrzeug gelenkt wird.
  • Die Verbindung darf höchstens 8 Meter lang sein und muss mit einem gut sichtbaren roten Tuch gekennzeichnet werden.
  • Bei komplettem Bremsversagen ist nur eine Stange zulässig, und nur, wenn das Zugfahrzeug deutlich schwerer ist.
  • Wer einen Pkw schleppt, braucht für das geschleppte Fahrzeug zusätzlich die Lenkerberechtigung Klasse B.

Eine Klarstellung, weil wir oft danach gefragt werden: Wir haben keine Rechtsgrundlage dafür gefunden, dass auf österreichischen Autobahnen ausschließlich von der ASFINAG beauftragte Unternehmen bergen dürften. Belegt ist zweierlei: dass bis zur nächsten Ausfahrt abgeschleppt werden darf, und dass bei Unaufschiebbarkeit Straßenaufsicht, Straßenerhalter und Feuerwehr ein Hindernis entfernen dürfen — auf Kosten des Zulassungsbesitzers (§ 89a StVO). Wenn Ihnen jemand etwas anderes erzählt, lassen Sie es sich zeigen.

Unser Abschleppdienst holt Sie im Bezirk Mödling und im südlichen Umland ab. Rufen Sie im Zweifel lieber einmal zu früh an als zu spät — ein Fahrzeug, das auf dem Pannenstreifen steht, ist eine Gefahrenquelle für alle.

Wann Sie auf keinen Fall weiterfahren

Nicht jede Panne zwingt zum Stehenbleiben, aber manche schon. Weiterfahren ist keine Option bei:

  • Rauch oder Brandgeruch — sofort anhalten, alle aussteigen lassen, hinter die Leitschiene, Feuerwehr rufen.
  • Roter Warnleuchte für Öldruck oder Kühlmitteltemperatur — jeder weitere Kilometer kann den Motor kosten.
  • Reifenschaden mit Flankenriss — der Reifen kann jederzeit vollständig versagen.
  • Bremswarnleuchte oder spürbar längerem Bremsweg.
  • Ausgefallener Beleuchtung bei Dunkelheit.

Eine gelbe Warnleuchte bedeutet dagegen meist: bald in die Werkstatt, aber nicht sofort stehen bleiben. Was hinter den einzelnen Leuchten steckt, klären wir mit der Fehlerdiagnose — und was Sie tun, wenn aus der Panne ein Unfall geworden ist, steht in Nach dem Unfall.

Steht Ihr Fahrzeug länger bei uns, bekommen Sie ein Ersatzfahrzeug kostenlos, sofern eines frei ist. Bitte vorab reservieren.

Häufige Fragen

Muss ich auf dem Pannenstreifen ein Warndreieck aufstellen?

Die Angaben gehen auseinander. Der ÖAMTC stellt ausdrücklich klar, dass ein auf dem Pannenstreifen abgestelltes Fahrzeug nicht mit einem Warndreieck abgesichert werden muss, und empfiehlt dringend die Warnblinkanlage. Die ASFINAG empfiehlt ein Dreieck rund 200 Meter dahinter. Sicher ist: Warnblinker einschalten, Warnweste anziehen und hinter die Leitschiene gehen.

Wo finde ich die nächste Notrufsäule?

Notrufsäulen stehen alle zwei Kilometer. Die roten Richtungspfeile auf den Leitpflöcken zeigen zur nächsten. Ihr Vorteil gegenüber dem Handy: Der Standort wird automatisch identifiziert.

Wann muss ich die Rettungsgasse bilden?

Sobald sich ein Stau bildet, nicht erst beim Herannahen eines Einsatzfahrzeugs. Bei zwei Fahrstreifen entsteht die Gasse in der Mitte, bei mehr als zwei zwischen dem äußerst linken und dem zweiten Fahrstreifen. Der Pannenstreifen darf dabei mitbenutzt werden.

Wie weit darf ich auf der Autobahn abgeschleppt werden?

Nur bis zur nächsten Ausfahrt. Danach geht es auf normalen Straßen weiter oder auf der Ladefläche eines Abschleppfahrzeugs.

Darf mich ein Bekannter mit dem Seil abschleppen?

Auf der Autobahn nur bis zur nächsten Ausfahrt. Generell gilt: höchstens 40 km/h, Verbindung maximal 8 Meter und mit rotem Tuch gekennzeichnet, funktionierende Lenkung und mindestens eine wirkende Bremsanlage. Wer einen Pkw schleppt, braucht für das geschleppte Fahrzeug zusätzlich die Klasse B.

Darf auf der Autobahn nur die ASFINAG abschleppen?

Eine Rechtsgrundlage dafür haben wir nicht gefunden. Belegt ist, dass bis zur nächsten Ausfahrt abgeschleppt werden darf und dass bei Unaufschiebbarkeit Straßenaufsicht, Straßenerhalter und Feuerwehr ein Hindernis entfernen dürfen — auf Kosten des Zulassungsbesitzers.

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